Rezension

Scrum Mastery. Von gutem zu großartigem Servant Leadership

Bei Scrum geht es um fantastische Entwicklungsteams, die selbst die Verantwortung für die Produktauslieferung übernehmen und direkt mit dem Kunden zusammenarbeiten. Solche selbstorganisierten und engagierten Teams entstehen nicht von selbst. Sie werden von einem Servant Leader geschaffen, gefördert und unterstützt, dem ScrumMaster. Der Begriff Servant Leader geht auf Robert K. Greenleaf zurück und wurde bereits 1970 geprägt. Er wünschte sich dienende Führungskräfte, die Teammitgliedern helfen, ihr Potential zu entfalten und ihre Fähigkeiten voll auszuschöpfen.

Von guter und großartiger Führung

Mit „Scrum Mastery. Von gutem zu großartigem Servant Leadership“ hat Geoff Watts ein vielbeachtetes Buch vorgelegt, in dem er an einem langen roten Faden die Unterschiede zwischen guter und großartiger Führung herausarbeitet. Seine prägnanten Aussagen will er nicht als Gegenüberstellung von gut und schlecht verstanden wissen, sondern er lehnt sich ganz bewusst an die Formulierungen im Agilen Manifest an, wie „wir schätzen Individuen und Interaktionen mehr als Prozesse und Werkzeuge.“ Prozesse und Werkzeuge sind keinesfalls etwas Schlechtes. Nur werden eben interagierende Individuen als wertvoller angesehen.

Sein ganzes Buch hat Geoff Watts an der „Umschulung auf Erfolg“ ausgerichtet. RE-TRAINED lautet das von ihm geschaffen Akronym, das die Qualitäten beschreibt, die ScrumMaster benötigen und das gleichzeitig die Struktur des Buchs vorgibt:

  • RESOURCEFUL (einfallsreich). Sie sind kreativ bei der Beseitigung von Produktivitätshemmnissen.
  • ENABLING (befähigend). Sie wollen helfen, effektiv zu sein.
  • TACTFUL (taktvoll). Sie sind die personifizierte Diplomatie.
  • RESPECTED (angesehen). Sie gelten sowohl im Team als auch in der gesamten Organisation als absolut integer.
  • ALTERNATIVE (alternativ). Sie sind bereit, eine alternative Kultur zu fördern.
  • INSPIRING (inspirierend). Sie wecken Enthusiasmus und Energie bei anderen Menschen.
  • NURTURING (fördernd). Sie helfen Einzelpersonen und Teams sich weiterzuentwickeln und zu wachsen.
  • EMPATHIC (empathisch). Sie achten aufmerksam auf ihre Mitmenschen.
  • DISRUPTIV (revolutionär). Sie brechen mit dem Status Quo und helfen dabei, neue Arbeitsweisen zu erschaffen.

Das Buch ist durchdrungen von vielen Jahren praktischer Erfahrung in der Führung von ScrumTeams mit vielen kenntnisreichen Beobachtungen und klugen Ratschlägen wie: „Ein guter ScrumMaster versucht die Harmonie im Team zu wahren. Ein großartiger ScrumMaster begleitet ein Team durch Zeiten von Disharmonie, um danach eine neue Ebene des Teamworks zu erreichen.“

Zusammengefasst

Ich möchte das Buch jedem wärmstens ans Herz legen, der sich tiefer mit der Rolle des ScrumMasters auseinandersetzen und an ihr wachsen möchte. Schöner als Mike Cohn im Vorwort kann man die Empfehlung für „Scrum Mastery“ wohl nicht formulieren: „Ein gutes Buch ist einfach zu lesen; ein großartiges Buch lässt uns vergessen, dass wir es lesen und wird in unseren Köpfen lebendig.“

Geoff Watts: Scrum Mastery. Von gutem zu großartigem Servant Leadership, Inspect & Adapt 2016.

Geoff Watts

PS: Bücher kaufe ich übrigens am liebsten vor Ort in der Buchhandlung meines Vertrauens.

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