Rezension

Endlich agil! Mit dem TRAFO-Modell zur agilen Organisation

Agilität“ ist längst zu einem Buzzword geworden, das viele schon nicht mehr hören mögen. Zum einen handelt es sich hier um einen Container-Begriff für verschiedene Methoden und Frameworks zwischen Scrum und „IT-Zeugs“. Zum anderen steht der Begriff für ein anpassungsfähiges Unternehmenskonzept, mit dem Märkte gestaltet werden können und man nicht in Gefahr läuft, im disruptiven Strudel verschluckt zu werden.

Mit ihrem TRAFO-Modell zur agilen Organisationsentwicklung hat die hr pioneers ein agiles Reifegradmodell vorgelegt, mit dem sich die Entwicklung von Unternehmen auf sechs verschiedenen Dimensionen und in fünf unterschiedlichen Level abbilden lässt. Das wirklich schöne an diesem Modell ist für mich seine Verständlichkeit. Die Dimensionen gliedern sich in einen Kunden- und eine Mitarbeiter-Bereich auf. Nach außen hin in Strategie, Struktur und Prozesse und nach innen hin in Führung, HR und Kultur. Jede dieser Dimension bewegt sich auf einem Level zwischen Klassischer und Agiler Organisation. Auf die Experimentier- folgt die Bewährungs- und schließlich die Etablierungsphase.

Von der Theorie zur Praxis

Das von hr pioneers Gründer André Häusling herausgegebene Buch „Agile Organisationen“ kann als Standartwerk zum TRAFO-Modell verstanden werden. Im ersten Teil des Buches arbeiten verschiedene Autoren das Modell durch, inklusive wissenschaftlicher Einordnung. Abgeschlossen wird der erste Teil durch ein Vorgehensmodell zur agilen Transformation. Vorgestellt wird ein an Scrum angelehntes Verfahren, wobei die Autorin Jennifer Rolle sehr darauf achtet, keine Blaupause zu liefern, sondern den Rahmen für die immer wieder individuellen Vorhaben zu schaffen und Handlungsoptionen mit oft auch ganz konkreten Tipps aus der Praxis zu liefern. Agil werden ist halt immer eine Reise, die jedes Unternehmen für sich selbst gestalten muss.

Im zweiten Teil kommen Unternehmen zu Wort, die bereits mitten auf ihrem Weg sind. Dabei haben die Macher der „Agilen Organisationen“ darauf geachtet, dass die Unternehmen Schwerpunkte bei den Dimensionen setzen. So finden sich dann immer zwei Unternehmens-Beispiele je Dimension. Nach dem theoretischen folgt also ein praktischer Teil, bei dem nochmals alle Phasen des Modells durchlaufen werden. Die Auswahl der Unternehmen ist spannend. Hier finden sich viel bekannte Beispiele von unter anderem der TUI, über die Otto Group bis hin zu sipgate, von der REWE Digital bis zur Deutschen Bahn. Am Ende wollen wir ja wissen: Wie machen es die anderen? Kann so ein Veränderungsprozess in der Praxis auch gelingen?

Zusammengefasst

Insgesamt mag ich „Agile Organisationen“ einfach nur uneingeschränkt empfehlen. In klarer Sprache, fundiert ohne allzu viel Theorie-Ballast kommt hier eine Darstellung zur agilen Transformation daher, die sich nicht nur sehr gut lesen lässt, sondern sowohl dem agilen Durchstarter, als auch dem bereits erfahren Agilisten viel Stoff, Praxisbezug und Good Practices liefert.

André Häusling (Hrsg.): Agile Organisationen. Transformationen erfolgreich gestalten – Beispiele agiler Pioniere, Haufe 2017.

hr pioneers

PS: Bücher kaufe ich übrigens am liebsten vor Ort in der Buchhandlung meines Vertrauens.

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