Rezension

Gemeinsam großartige Teams schaffen

Alleine und in Ruhe kriegt man sicherlich einiges geschafft. Wenn ein Projekt aber komplex ist, es verschiedene Fähigkeiten unterschiedlicher Kollegen braucht, die sich auf ein Ziel konzentrieren wollen, dann lohnt es sich in einem stabilen Team zu arbeiten.

Wie findet aber ein stabiles Team zusammen? Im Wesentlichen gibt es zwei Konzepte: Entweder der Vorgesetzte entscheidet. Oder die Kollegen bestimmen, in welchem Team sie arbeiten wollen. Schon Daniel Pink arbeitete heraus, dass die wesentlichen Faktoren der intrinsischen Motivation Autonomy, Mastery und Purpose sind. Das selbstbestimmte Entscheiden hat dabei bereits einen entscheidenden Einfluss auf das produktive Ergebnis meiner Arbeit. Laut einer von den Autoren zitierten Studie liegt diese bis zum 35% höher als im Kontext des traditionellen Managements.

Das Buch „Creating Great Teams“ beschreibt ausführlich, wie sich ein Self-Selection-Prozess erfolgreich durchführen lässt. Die Vorbereitungsphase untergliedern die Autoren in verschiedene Schritte. Nach einem ersten Readiness Check empfehlen sie die Durchführung eines Tests, z.B. mit einer ausgewählten Gruppe. Dann beginnt die Überzeugungsarbeit, wozu auch der aktive Umgang mit Zweifeln gehört. Hier ist aber ebenfalls Raum für Inspiration (Was wäre, wenn es funktionieren würde?) und Akzeptanz (Wie schaffen wir es, dass es funktioniert?). Entscheidend scheint der vierte Schritt: Teams werden für das Self-Selection Event vorskizziert. Dazu gehört ein Team-Name, ein Product Owner und vor allem eine klare Vision bzw. Mission, was das Team erfüllen soll, wofür es da ist. Logistische Fragen müssen natürlich ebenfalls geklärt werden. Und abschließend bleibt als sechster Schritt die offene und frühe Kommunikation.

„Remember, these are people, not plug compatible resources.“

Kapitel 3 und 4 widmen sich dann dem Kern, dem Tag, an dem sich die Teams selbständig zusammenfinden sollen. Es braucht Regeln und Bedingungen, vor allem eine vorbereitete FAQ-Liste hilft, schnell auf die dringendsten Fragen Antworten liefern zu können. Skill Checklisten sind vorzubereiten und Poster, auf denen die entscheidenden Rollen erklärt werden. Am Tag selbst stellen die Product Owner schließlich ihre Projekte vor und dann heißt es: One, Two, Three, Go! Es braucht zwischen drei und vier Runden á zehn Minuten. Nach jedem Durchgang wird gefragt: Ist das Team vollständig? Fehlen Sills oder Team-Mitglieder? Ist das Team cross-funktional und kann end-to-end geliefert werden?

Creating Great Teams“ ist randvoll gefüllt mit Vorlagen für Checklisten, es wirkt fast wie eine Blaupause für die eigene Anwendung. Vor allem aber macht es mit zahlreichen Berichten aus der Praxis Mut. Natürlich ist Selbstorganisation immer ein Wagnis und es drängen sich viele Fragen und Unsicherheiten auf. Eine gute Vorbereitung ist wohl aber der entscheidende Faktor und doch wird man nie alles vordenken können, „so mabe it’s time to jump right in“. Es lohnt sich, denn langfristig geht es natürlich um die Steigerung von Produktivität, aber nicht zuletzt auch um die Zufriedenheit an der eigenen Arbeit zusammen mit den Kollegen.

Sandy Mamoli und David Mole: Creating Great Teams. How Self-Selection Lets People Excel. The Pragmatic Programmers 2015.

Here’s a radical idea: Self-Selection

PS: Bücher kaufe ich übrigens am liebsten vor Ort in der Buchhandlung meines Vertrauens.

  1. Danke für die Rezension! Ich hoffe, dir hat das Buch gefallen und dass du die Gelegenheit bekommst, eine Self-Selection durchzuführen!

    Grüße aus Neuseeland,
    Sandy

  2. Thomas Suppes

    Ich finde Dein Buch in der Tat sehr hilfreich und randvoll gefüllt mit praktischen Tipps. Aktuell stelle ich eine erste FAQ für einen Self-Selection Prozess zusammen – vielen Dank für die sehr gute Vorarbeit und vor allem für das Teilen Euer gesammelten Erfahrungen!

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