Rezension

CoPs – gemeinsam miteinander

Der Mensch ist ein soziales Wesen und Sprache eines seiner wichtigsten Werkzeuge. Manche finden sich zusammen, um über Filme zu sprechen. Andere organisieren sich in Ortsvereinen und immer häufiger treffen wir uns innerhalb oder außerhalb unserer Firmen, weil uns das gleiche Interesse antreibt und wir mehr wissen und einfach besser in dem werden wollen, was uns begeistert. Für diese letztgenannten Gruppen hat sich seit einiger Zeit der Begriff Communities of Practice oder kurz CoP etabliert.

Warum wir uns in CoPs zusammenfinden sollten? Weil uns etwas antreibt, wir wollen selbstbestimmt besser werden in dem, worin wir einen persönlichen Sinn finden. Dave Pink hat dies schon in „Drive“ herausgearbeitet, in „Building successful communities“ wird der Autor des Bestsellers ebenfalls zitiert. Aber auch Unternehmen haben ein verstärktes Interesse an CoPs und fördern diese. Studien berichten von durchschnittlich 12% erhöhter Produktivität, wenn wir bei und mit unserer Arbeit zufrieden sind. Vor allem sind CoPs aber ein prima Mittel, um nicht dokumentiertes oder dokumentierbares Wissen untereinander auszutauschen. Im Durchschnitt wechseln wir heute alle 4,4 Jahre unseren Job – unser Wissen nehmen wir mit, wenn wir es vorher nicht mit anderen geteilt haben.

Warum braucht es ein Buch über CoPs? Reicht es nicht, wenn wir uns verabreden und los geht’s mit unserem Thema? Zunächst mal muss uns klar sein, dass jede Gruppe und jede Community die ganz normalen Teambuildung-Phasen durchläuft. Mit dem Unterschied, dass zu Beginn ein Potential vorliegen muss. Und genau diese Potential spürt jemand. Und wenn das Thema relevant ist, dann muss dieser Jemand, der Erste sein. Oft ist sie oder er auch der Einzige und übernimmt die Leadership-Rolle. Er bringt Menschen zusammen, unterstützt die Community, organisiert Räume und Meetings. Er informiert, berät und etabliert eine gemeinsame Richtung. Wenn die Community an Schwung gewonnen hat verteilt sich Führung, vielleicht sogar einmal über die ganze Gruppe hinweg.

Building successful Communities of Practice“ von Emily Webber kommt als eine gut lesbare und schlanke Zusammenstellung daher. Die Durchleuchtung bringt Klarheit in den Prozess des Community-Buildings und nimmt schlicht auch Ängste vor dem ersten Schritt. In konkreten Anleitungen erfahren wir, wie man eine Vision gemeinsam entwickelt, wie Prinzipien und Werte in der Gruppe erarbeitet werden können und wie sich ein Ziel für die Community formulieren lässt. Wie alle guten Dinge braucht auch eine gute CoP Zeit und Energie, bis sich eine sich vertrauende Gemeinschaft gebildet hat. Gerade zu Beginn ist viel Pflege und Zuwendung notwendig. Irgendwann ist das wesentliche Wachstum aber abgeschlossen. Und spätestens ab dann macht so eine Community auch richtig Spaß.

Webber, Emily. Building successful communities of practice. Tacit UK 2016.

Im Rahmen eines Barcamps habe ich für einen Impuls Vortrag auf Basis des Buchs von Emily Webber folgende Slides zu CoPs zusammen gestellt. Schwerpunkt sind Teambuilding, Leadership und konkreten Vorschlägen, wie eine CoP aufgebaut und etabliert werden kann:

Slideshare Präsentation: What the hell… ist eine CoP?

PS: Bücher kaufe ich übrigens am liebsten vor Ort in der Buchhandlung meines Vertrauens.

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